Restaurant 'Orankesee-Terrassen'
Foto: Martina Behn, 08.08.2017
Orankestraße 41-49
An der Stelle, wo heute das Restaurant 'Orankesee-Terrassen' steht, befand sich bis zum Jahre 1997 das Wirtshaus am Orankesee, das ca. 1892 im Auftrag der Kommandit-Gesellschaft Brauhaus-Hohenschönhausen (der späteren Löwenbrauerei) errichtet wurde. Bereits im Jahre 1894 wurde hier das erste Bier dieses Brauhauses ausgeschenkt.
Es existiert eine alte Sage vom Wirtshaus am Oranke-See (um 1900):
Bei Mondschein heller Mitternacht, da höret man es sausen! Im Wirtshaus am Oranke-See zu Hohenschönhausen, Ritter und Zwerge umkreisen den See, Eulen klagen ihr Leid und Weh', um Prinzessin "Oranka" zu erlösen. Da entsteigt der Flut ein Engelsbild, dem geliebten Ritter entgegen. Oranka die sagenhafte Maid, Ergreifet des Rosses Mähne. Denn wer sie errettet, erhält sie zu eigen, und tanzt dann im Schlosse den Hochzeitsreigen.
Von 1908 bis 1911 war der Unternehmer Walter Seyring der Besitzer des Wirtshauses, danach kauften es die Eiswerke Hohenschönhausen, die es in den Folgejahren immer wieder neu verpachteten, zunächst an Oscar Hering, später an Georg Seidel. Im Jahre 1918 brannte das Wirtshaus ab, wurde aber wieder aufgebaut. Weitere Pächter waren der Bernauer Gastwirt Otto Loewe, der das Wirtshaus von 1923 bis 1925 betrieb, und Herr Teesch. Nach Ablauf seines Pachtvertrages im August 1928 - zu dieser Zeit war das Wirtshaus bereits in das Eigentum der Stadt Berlin übergegangen - wurden die 'Terrassen am Orankesee' vom Bezirksamt Weißensee neu ausgeschrieben. An dieser Ausschreibung beteiligte sich auch der Schauspieler, Gastronom und Theaterdirektor der Stadthalle Weißensee Wilhelm Heinrich (Künstlername: Heiden-Heinrich), der letztendlich auch den Zuschlag für das Wirtshaus erhielt. Ein entscheidender Grund dafür war, dass er nicht nur ein Angebot für das Wirtshaus abgab, sondern gleichzeitig die Errichtung eines Strandbades am Ufer des Orankesees vorschlug, und zwar auf eigene Kosten. Nachdem der Pachtvertrag im Februar 1929 rechtswirksam geworden war, konnte das Wirtshaus nun von Grund auf renoviert und erweitert werden. Nach Wiedereröffnung erstreckte sich dieses Ausflugslokal über zwei Terrassen, direkt bis an den Orankesee. Die obere Terrasse mit ihren vielen schattenspendenden Kastanienbäumen ist noch heute erhalten. Zum Restaurantbetrieb des damaligen Wirtshauses gehörten ein Hauptrestaurant mit kleinem Saal, eine Veranda, Gast- und Vereinszimmer, Küchen- und Wirtschaftsräume, ein Sommersaal, ein Wirtschaftsgebäude, ein Musikpavillon, eine Kegelbahn, zwei Verkaufshäuschen und ein Bierkeller mit Ausschank.
Zeitungsartikel von 1995
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges haben einige Mitschüler von Richard Wegener (Jahrgang 1932) die folgenden Verse gedichtet, die er dann im Dezember 1945 im Wirtshaus am Orankesee vorgetragen hat:
Quelle: Sammlung Bernd Wegener
Bis zum Jahre 1952 konnte das Wirtshaus am Orankesee nicht mehr von der Öffentlichkeit genutzt werden, weil es im sowjetischen Sperrbezirk lag. Das Wirtshaus, das bis zur Wende 1989 durch die HO (Handelsorganisation) betrieben wurde, war für die Einwohner von Alt-Hohenschönhausen immer ein beliebtes Ausflugsziel an den Wochenenden. Gerne erinnern sie sich daran, wenn auf der Fläche über dem Eiskeller eine Kapelle zum Tanz aufspielte.
Foto: Martina Behn, 03.04.1988
Nach der Wende versuchten mehrere Pächter, das Wirtshaus am Orankesee am Leben zu erhalten, wie hier zu einer Jugendweihefeier. 
Fotos: Martina Behn, 24.04.1993
Doch alle Bemühungen blieben erfolglos, so dass das Wirtshaus am Orankesee im Jahre 1993 geschlossen wurde. Dann stand es mehrere Jahre leer, bis es durch einen Brand im Jahre 1997 völlig zerstört wurde.
Einige Jahre später wurde an gleicher Stelle ein Biergarten mit Selbstbedienung eröffnet, der allerdings nur während der Sommersaison betrieben wurde. Hier konnte man sich z.B. auch Fernsehübertragungen von Fußballspielen ansehen. Nun gab es endlich wieder diesen beliebten Ort mit Seeblick, zu dem nicht mehr nur die Einwohner von Alt-Hohenschönhausen kamen.
Fotos: Martina Behn, 03.06.2010
Foto: Martina Behn, 12.06.2011
Foto: Martina Behn, 15.08.2014
Foto: Martina Behn, 17.01.2016
Aber auch dieser Verkaufspavillon wurde mehrfach in Brand gesetzt, so dass die Anwohner auf eine neue Lösung gespannt sein durften, die dann nicht so lange auf sich warten ließ. Im Juli 2016 war Baubeginn für die neuen 'Orankesee-Terrassen' mit Restaurant, Café und Biergarten.

Fotos: Martina Behn, 21.10.2016
Und dann endlich am 05. Juli 2017 wurden die 'Orankesee-Terrassen' eröffnet, die sich bis heute großer Beliebtheit bei Jung und Alt das ganze Jahr über erfreuen. 

Artikel in der BERLINER WOCHE vom 05.07.2017
Foto: Martina Behn, 08.08.2017
In der Anfangszeit konnte man sich auf mehreren Schaukelliegen ausruhen und entspannen. Durch das häufige und mitunter unsachgemäße Benutzen gingen diese schönen Liegen leider schnell kaputt.
Foto: Martina Behn, 02.11.2018
Foto: Martina Behn, 08.08.2017