"Schloss" Hohenschönhausen
Foto: Martina Behn, 24.04.2026
Das ehemalige Gutshaus - von den Hohenschönhausener Einwohnern auch "Schloss" oder die "Gute Stube von Hohenschönhausen" genannt - ist nach der Taborkirche das zweitälteste Gebäude in Hohenschönhausen, das um 1690 mit nur einem Stockwerk errichtet wurde. Man nimmt stark an, dass die Familie von Röbel (Gutsherren in Hohenschönhausen von 1480 bis 1736) bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts in diesem Haus wohnte. Im Jahre 1792 besaß das Gebäude bereits zwei Stockwerke. Mehrere Privatbesitzer bewohnten dieses Haus: der königliche Geheime Rat und Polizeipräsident von Berlin Johann Friedrich von Eysenhardt, seit 1817 der preußische Reformer und Staatsrat Johann Christian Friedrich Scharnweber, von 1841 bis 1872 der preußische Politiker Georg Scharnweber (Sohn von J.C.F. Scharnweber), der Bankier Henry Suermondt und der Berliner Kaufmann Gerhard Puchmüller, der in den Jahren 1893/94 Wand- und Deckenmalereien im Vestibül anbringen ließ und Umbauten im Gebäude veranlasste. Im Jahre 1910 kaufte der Berliner Fabrikbesitzer Paul Schmidt - Erfinder der Trockenbatterie und Taschenlampe - das Haus, wo er mit seiner Familie bis zum Jahre 1929 wohnte.
Diese Gedenktafel befindet sich an der Hauswand rechts neben dem Haupteingang. Foto: Martina Behn, 12.01.2017
Quelle: Sammlung Marianne Wöllnitz
Danach verkaufte Paul Schmidt das Gutshaus an die Stadt Berlin. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges befanden sich in dem Gebäude u.a. eine Kinderkrippe, ein Kindergarten, ein Kinderhort und eine Haushaltsschule. Nach Kriegsende wurde es zunächst als Lazarett genutzt und ab 1952 als Kinderheim für an Tuberkulose erkrankte Kinder. Von 1957 bis 1972 war es eine geburtshilfliche Station, auf der etwa 10.000 Kinder geboren wurden, und bis Ende 1989 eine gynäkologische Station des Städtischen Krankenhauses Weißensee. Danach stand das Gebäude bis zum Jahre 1998 leer. Seitdem bemühte sich der im Oktober 1998 gegründete Förderverein Schloss Hohenschönhausen e.V. um die Restaurierung und Wiederbelebung dieses Hauses und bewahrte es somit vor dem Abriss.
Zeitungsartikel von 2004
Im Jahre 2008 wurde der Förderverein Schloss Hohenschönhausen e.V. Eigentümer des ehemaligen Gutshauses und des dazugehörenden Grundstücks. Hier fanden neben der laufenden Restaurierung viele verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen bis zum Jahre 2020 statt.
Foto: Martina Behn, 10.02.2016

Fotos: Martina Behn, 12.01.2017
Freigelegte Wandmalereien im Vestibül von 1893
Die Eingangstür zum Gutshaus ist bereits restauriert. Fotos: Martina Behn, 10.07.2019
Freigelegte Stuckdecke im Vestibül von 1893
Freigelegter Parkettboden im ehemaligen Arztzimmer Fotos: Martina Behn, 09.10.2020
Artikel in der BERLINER WOCHE vom 11.11.2020
Mitte 2021 wurden das ehemalige Gutshaus und das dazugehörende Grundstück an die Wohnungsbaugenossenschaft „Neues Berlin" verkauft, die es seit 2023 umfassend und denkmalgerecht restauriert. Ende 2026 soll das Gebäude wiedereröffnet werden.
Artikel in der BERLINER WOCHE vom 27.11.2021
Artikel in der BERLINER WOCHE vom 29.01.2022
Foto: Martina Behn, 05.11.2022
Artikel in der BERLINER WOCHE vom 04.03.2023
Artikel in der BERLINER WOCHE vom 08.07.2023
Artikel in der BERLINER WOCHE vom 20.04.2024

In der Aussparung befand sich früher das Spritzenhaus der Feuerwehr. Fotos: Martina Behn, 20.06.2024
Artikel in der BERLINER WOCHE vom 28.12.2024
Artikel in der BERLINER WOCHE vom 01.03.2025
Foto: Martina Behn, 21.07.2025
Artikel in der BERLINER WOCHE vom 07.02.2026
Die nachfolgenden Bilder sind im Rahmen einer geführten Baustellenbegehung am 11.02.2026 entstanden.
Obergeschoss
Obergeschoss: Balkonzimmer
Obergeschoss: Raum für Workshops und Veranstaltungen
Obergeschoss: Hier entsteht ein sogenanntes archäologisches Fenster.
Erdgeschoss: Vestibül

Erdgeschoss
Erdgeschoss: Hier wird der gastronomische Bereich seinen Platz haben. Im Hintergrund ist schon der Aufzug zu erkennen. Fotos: Martina Behn
Foto: Martina Behn, 24.04.2026