Mies-van-der-Rohe-Haus
Foto: Martina Behn, 15.07.2017
Oberseestraße 60, 13055 Berlin
Im Jahre 1930 kaufte Karl Lemke, Besitzer einer Grafischen Kunstanstalt und Geschäftsführer einer Druckerei, ein Doppelgrundstück am Obersee. Von dem Lokal 'Terrassen am Obersee', das sich vor dem Ersten Weltkrieg an dieser Stelle befand, war zu dieser Zeit nichts mehr zu sehen. Der damalige berühmte Bauhausdirektor Ludwig Mies van der Rohe hat im Jahre 1932 dieses Landhaus, einen minimalistischen Backsteinbau mit L-förmigem Grundriss, für das Ehepaar Martha und Karl Lemke entworfen. Deshalb wird es auch 'Villa Lemke' genannt. Karl Lemke wollte repräsentative Räume für seine Kunstobjekte und in der Fassade große bis an den Boden reichende Fensteröffnungen, um eine direkte Verbindung von den Innenräumen zur bis an den Obersee reichenden Gartenanlage zu schaffen. Das Ehepaar Lemke bewohnte dieses Haus von 1933 bis 1945. Der Nachlass von Karl Lemke - Möbel sowie eine Gemälde- und Uhrensammlung - befindet sich im Besitz der Staatlichen Museen zu Berlin.
Im Jahre 1945 wurde das Gelände um den Obersee von sowjetischen Truppen besetzt und zur Sperrzone erklärt. In dieser Zeit wurde das Gebäude als Lager und Garage genutzt, von 1960 bis 1989 vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR als Versorgungsstelle. Im Jahre 1977 wurde die gesamte Anlage unter Denkmalschutz gestellt. Als der Bezirk Hohenschönhausen im Jahre 1990 Eigentümer des Hauses wurde, erhielt es den Namen seines Erbauers. Seit der Wende ist das Mies-van-der-Rohe-Haus ein kultureller Begegnungsort, der für alle zugänglich ist. Allerdings mussten die während der Zweckentfremdung entstandenen Schäden und baulichen Veränderungen wieder beseitigt werden, was von 2000 bis 2002 in aufwendiger Sanierung erfolgte. Heute finden hier kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen für die Kunst der Moderne statt. Dieses Haus ist das einzige international beachtete Baudenkmal in Hohenschönhausen.
Foto: Martina Behn, 11.05.2006
Foto: Martina Behn, 15.07.2017
Foto: Martina Behn, 04.02.2023
Artikel in der BERLINER MORGENPOST vom 22.03.2025
Blick in den Garten
Foto: Martina Behn, 06.11.2025

Fotos: Martina Behn, 21.10.2016
Hier fanden schon viele Ausstellungen statt, auf denen die Künstler mit ihren Werken immer einen Bezug zu diesem Kleinod der Moderne herstellten.




Fotos: Martina Behn, 15.07.2017 



Fotos: Martina Behn, 17.10.2017
Artikel in der BERLINER WOCHE vom 06.11.2025 




Fotos: Martina Behn, 06.11.2025
Kulturelle Veranstaltungen fanden in der Vergangenheit immer regen Zuspruch, wie z.B. der Auftritt der Swing-Band THE SWINGIN' HERMLINS unter Leitung von Andrej Hermlin während der Corona-Pandemie.



Fotos: Martina Behn, 01.09.2020
Hier wird der Dokumentarfilm 'Das abolute Augenmaß' von Erich Schmid gezeigt, in dem die berufliche Biografie des Schweizer Architekten, Bildhauers, Grafikers und Malers Max Bill sehr anschaulich dargestellt wird. 


Fotos: Martina Behn, 08.08.2025