wasserturm

Wasserturm

Wasserturm

Foto: Martina Behn, 06.04.2020

Waldowstraße 20, 13053 Berlin

Der Entwurf vom Wasserturm und Wasserbehälter stammt von Otto Intze, einem Baumeister aus Mecklenburg. Er war ein hochbegabter Ingenieur, der bereits mit 26 Jahren eine Professur an der Technischen Universität Aachen erhielt. Der Wasserturm wurde nach seinem Patent im Jahre 1902 auf dem Lindwerder Berg, der höchsten Erhebung des Hohenschönhausener Gutsbezirkes, im Auftrag der Grunderwerbs- und Baugesellschaft zu Berlin fertiggestellt, um die Wasserversorgung durch den Obersee zu unterstützen. Der stählerne Hochbehälter im Turm deckte von nun an den erhöhten Wasserbedarf, der durch die Entstehung der Villenkolonie um den Ober- und Orankesee entstanden war. Nachdem Hohenschönhausen im Jahre 1920 zu Groß-Berlin eingemeindet wurde, erfolgte die Trinkwasserversorgung über das Zwischenpumpwerk in der Landsberger Allee. Daraufhin wurden im Juli 1922 das Wasserwerk und der Wasserturm in der Waldowstraße stillgelegt, im Jahre 1933 der Hochbehälter abgebaut und verschrottet. Danach nutzte die Parkverwaltung den Wasserturm als Lager. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Flak-Stützpunkt zur Abwehr von feindlichen Flugzeugen. Nach Kriegsende befand sich der Wasserturm im sowjetischen Sperrbezirk. Erst nach Abzug der sowjetischen Truppen in den 1950er Jahren konnte über eine Nutzung dieses Gebäudes nachgedacht werden. Es gab die unterschiedlichsten Pläne für eine Nutzung: als Jugendclub, Sternwarte oder Aussichtsplattform. Letztendlich nutzte die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) der DDR den Wasserturm als Amateurfunkstation mit dem Namen 'Amateur-Radio-Club' von den 1970er Jahren bis 1990. Danach stand das denkmalgeschützte Gebäude viele Jahre leer, bis sich im Jahre 2004 ein Käufer fand, der den Turm umfassend sanierte und umbaute. Seitdem befindet sich im oberen Bereich eine von ihm selbst genutzte Wohnung und im Erdgeschoss eine Wein- und Cocktailbar, die von der Öffentlichkeit genutzt werden kann. Auf der vor dem Wasserturm befindlichen Terrasse mit herrlichem Oberseeblick werden in den Sommermonaten kühle Drinks und Snacks serviert.

Seitdem es diesen Turm gibt, erzählen Eltern ihren Kindern das Märchen „Rapunzel", die beim Vorbeigehen immer wieder schauen, ob nicht doch „Rapunzel“ einmal ihr Haar vom Turm herunterlässt.

Fotos: Martina Behn, 05.08.2016

Foto: Martina Behn, 06.04.2020Fotos: Martina Behn, 06.11.2022Foto: Martina Behn, 04.02.2023