Löwenbrauerei

Dieses Bild (gerasterte Grafik) entstand um 1910 und stammt von einem Briefkopf der Löwenbrauerei.
Konrad-Wolf-Straße 8-14, 13055 Berlin
Das "Brauhaus Hohenschönhausen" wurde im Jahre 1892 in Alt-Hohenschönhausen an der Konrad-Wolf-Straße (ehemalige Berliner Straße) / Degnerstraße errichtet und zählte zu den führenden Brauereien in Berlin. Das dazugehörige Mälzereigebäude ließ der Architekt Lüdicke im sogenannten Burgenstil aus unverputzten Backsteinen um 1900 errichten. Die Bierproduktion begann im Jahre 1894; das erste Bier dieser Brauerei wurde im Wirtshaus am Orankesee ausgeschenkt. Auf dem Firmenzeichen war ein Löwe dargestellt. Im Jahre 1903 erhielt das Brauhaus den Namen „Löwenbrauerei Aktiengesellschaft“, der sich bis heute im Sprachgebrauch der Hohenschönhausener gehalten hat. Nach dem Zusammenschluss mit dem Böhmischen Brauhaus an der Landsberger Allee 11-13 (Friedrichshain) im Jahre 1922 wurde die Brauerei in "Löwenbrauerei-Böhmisches Brauhaus AG" umbenannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Schäden an den Gebäuden so groß, dass der Braubetrieb nach 1945 eingestellt wurde. Ab 1952 entstand in der Mälzerei eine Kornbrennerei des VEB "Bärensiegel", die bis 1989 in Betrieb war. Ab 1991 standen alle Gebäude der ehemaligen Löwenbrauerei mehrere Jahre leer. Im Jahre 1994 wurde das Brauhaus (Sudhaus) vollständig abgerissen. Seit 1995 stehen die Fabrikantenvilla und das ehemalige Mälzereigebäude unter Denkmalschutz, im letzteren befindet sich seit 2002 das Seniorenheim St. Albertus. Die Fabrikantenvilla, das Verwaltungsgebäude, wurde erst im Jahre 1907 nach den Plänen des Architekten C. Eisele gebaut.
Die Brauerei hatte das Auffüllen einer Senke nahe der Oberseestraße / Waldowstraße veranlasst, wodurch der Obersee als nicht natürlicher See entstand. Im Winter konnte die Brauerei aus dem zugefrorenen See Eisblöcke für die Transportkühlung gewinnen. Der so neu geschaffene Obersee trug zur Gründung des Villenviertels am Orankesee bei und gilt seitdem als Erholungsort für die Hohenschönhausener.

Rechts das Brauhaus (Sudhaus), links daneben der Turm des dahinter liegenden Mälzereigebäudes (Dieses Foto ist um 1905 entstanden.)

Links ist das Mälzereigebäude mit Turm zu sehen, rechts daneben das Brauhaus und davor die Fabrikantenvilla. Postkarte um 1910 (Das Museum Lichtenberg besitzt einen Schwarz-Weiß-Abzug.)

Zum Sortiment der Löwenbrauerei gehörten Starkbiere, die wegen ihrer kräftigenden Wirkung als Arzneimittel beworben wurden. Werbeschild: Löwenbrauerei "Eisen-Malz-Bier", Schenkung Ursula Sachse, Museum Lichtenberg


Links das Mälzereigebäude (schon ohne Turm), davor die Fabrikantenvilla Quelle: Seniorenheim St. Albertus (Diese Aufnahme ist um 1960 entstanden.)
Zeitungsartikel vom 27.01.1993
Zeitungsartikel vom 21.07.1993
Fabrikantenvilla - Das Dach und ein Teil der Fassade einschließlich Fenster sind bereits saniert. Seitdem hat sich hier nichts mehr getan. Foto: Martina Behn, 10.02.2016
Eingangsportal von der Konrad-Wolf-Straße aus
Seiteneingang zur Villa Fotos: Martina Behn, April 2020
Auf diesem Steinrelief, das sich an der Hausfassade links über dem Eingangsportal befindet, ist die Löwenbrauerei zu erkennen.
Steinrelief links über dem Seiteneingang zur Villa Fotos: Martina Behn, 10.05.2026
Im Zuge der Baumaßnahmen für ein neues Wohngebäude wurde leider die längs zur Fabrikantenvilla verlaufende Begrenzungsmauer entfernt, auf der ein Schriftzug der Roten Armee zu sehen war. Foto: Martina Behn, April 2020
Das ehemalige Mälzereigebäude, heute Seniorenheim St. Albertus Foto: Martina Behn, 15.01.2018